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Büttenreden
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Büttenreden

Ohne eine Büttenrede ist Fasching nicht Fasching. Jedes Jahr wird eine Büttenrede, entweder auswendig oder abgelesen, die meist aus Reimen besteht, gehalten. Die Büttenreden werden von einem Rednerpult aus gehalten und werden mit lokalem Dialekt vorgetragen. Hier dürfen die einfachen Narren ihre Herrschaften kritisieren, ohne bestraft zu werden. Dieser Brauch wurde aus der mittelalterlichen Sitte des „Rügerechts“ angeeignet und weitergeführt. Eine klassische Büttenrede hat ein regelmäßiges Versmaß und eine immer wieder kehrende Pointe, damit die Zuhörer die leicht angetrunken sind, der Rede und dem Inhalt folgen können.

Das Rednerpult, das häufig aussieht wie ein Fass, wird „Bütt“ genannt. Es wird spekuliert welche Erklärung richtig ist. Da wäre ein leeres Weinfass das zu Bitterkeit Anlass gibt, einen Vergleich mit dem Spötter Diogenes (ein kynischer Philosoph) der in einer Tonne lebte oder einem Bottich, in der Wäsche gewaschen wurde.

Ein Büttenredner hält seine Rede meist bissig-ironisch, oftmals mit politischem Hintergrund. Der Büttner erzählt auch zwischendrin ein paar gute Witze, die bei den Zuhörern gut ankommt.

Bei Büttenreden darf der politische Vortrag nicht fehlen. Es ist eine Tradition geworden, dass man bei Karnevalsitzungen, sich über die Politik auslässt. Ein guter politischer Vortrag steht jedes Jahr, nach wie vor auf dem Programm. Ein Vertreter dieser Richtung sagte: „Denen, die ganz oben walten, hier den Spiegel vorzuhalten, ist Sinn und Zweck von unserem Streben. Und wenn wir dabei Freude geben und der, dem man einen Vorwurf macht, am Ende selbst darüber lacht, seht das ist Mainzer Fastnacht.“
In kleinen Pausen, des Redners, begleitet ihn die Saalkapelle mit einem Büttenmarsch, die eigens für diese Anlässe komponiert wurde.